Wenn der Wald eine Stimme bekommt – und was das mit Unternehmerinnentum zu tun hat
Als Unternehmerin ist es hilfreich, immer einmal wieder die eigene Haltung auf den Prüfstand zu stellen
Liebe Unternehmerinnen,
gestern Abend beim Treffen der Unternehmerinnen Ried ging es unter anderem um das Thema Money Mindset. Während ich den Gesprächen zuhörte, wurde mir bewusst, wie sehr sich meine eigene Haltung in den letzten Jahren verändert hat.
Meine künstlerische Arbeit „Wilderness BodyPainting“ begann 1992 in New York. Als ich 1996 nach Deutschland zurückkehrte und mich selbstständig machte, stellte sich die große Frage: Kann ich wirklich von meiner Kunst leben?
Die Antwort war nicht immer leicht. Es gab wunderbare Erfolge, aber auch Zeiten voller Selbstzweifel. Immer wieder fragte ich mich, ob ich nicht doch einen sicheren Beruf wählen sollte. Gleichzeitig wusste ich tief in mir, dass meine Kunst einen Sinn hat – dass sie Menschen berührt und ihnen einen Zugang zu sich selbst eröffnet.
Was sich verändert hat – Vertrauen
Früher wollte ich möglichst alle Voraussetzungen schaffen, bevor ich ein Projekt begann. Heute gehe ich anders an neue Ideen heran.
Wenn mich etwas wirklich ruft, sage ich zunächst Ja und vertraue darauf, dass sich der Weg zeigt. Dass sich Menschen finden, die mich unterstützen. Dass Lösungen entstehen. Und dass ich – wie so oft – einen Weg finde.
Mit diesem Vertrauen ist auch mein aktuelles Kunstprojekt entstanden.
Eigentlich wollte ich diesen Blogbeitrag einem ganz anderen Thema widmen. Doch manchmal entscheidet nicht der Kopf, sondern der Bauch. So ging es mir bei „Die Botschafterin des Waldes“.
Wenn ich heute zurückblicke, sehe ich: Es hat sich immer ein Weg gezeigt. Nicht immer der, den ich erwartet hatte – aber einer, der mich weitergeführt hat. Dieses Vertrauen begleitet mich heute bei jedem neuen Kunstprojekt.
Folge deinem Sinn und der Weg legt sich vor deine Füße
Als Künstlerin weiß ich oft nicht von Anfang an, warum mich ein Projekt so tief berührt. Bei „Die Botschafterin des Waldes“ war die Antwort sofort da: Ich möchte dem Wald eine Stimme geben.
Nicht wir sagen dem Wald, was gut für ihn ist. Sondern wir hören ihm zu. Was erzählt er uns? Was braucht er? Welche Botschaft möchte er mit uns Menschen teilen? Wie können wir dem Wald als lebendigem Mitwesen begegnen – nicht als Ressource, sondern als Partner, dem wir aufmerksam zuhören.
Mit dieser Idee wurde ich für den 13. Internationalen Waldkunstpfad Darmstadt ausgewählt. Gemeinsam mit der finnischen Butoh-Tänzerin Anna Orkolainen entwickle ich eine einmalige Live-Performance. Während der Aufführung wird die Tänzerin zur Botschafterin des Waldes. Mein Wilderness BodyPainting verbindet sich mit dem ausdrucksstarken Butoh-Tanz zu einer Kunstform, die berühren und zum Nachdenken anregen möchte.
Für mich ist der Wald weit mehr als eine Kulisse. Er ist ein lebendiger Organismus, mit dem wir in Beziehung stehen. Kunst kann ein Weg sein, diese Verbindung wieder bewusst zu erleben und dem Wald Raum zu geben, sich durch uns auszudrücken.
Eine besondere Bedeutung hat dieses Projekt auch deshalb für mich, weil ich Anfang der 1990er Jahre in New York den japanischen Butoh-Mitbegründer Kazuo Ohno erleben durfte. Seine Performance hat mich damals tief bewegt und meine Sicht auf die Ausdruckskraft des Körpers nachhaltig geprägt.
Ich freue mich sehr, wenn viele von Euch diese besondere Performance miterleben und wir uns vielleicht in diesem Rahmen austauschen.
BodyArt Butoh Performance „Die Botschafterin des Waldes“
Internationaler Waldkunstpfad Darmstadt
im Dorf des Waldkunstpfades im Wald; Koordinaten: 49°50’57.6″N 8°40’02.1″E
Wann: Samstag, 5. September 2026
Performance um 16:00 Uhr und um 18:00 Uhr
Vielleicht sehen wir uns im Wald.
Herzliche Grüße
Eure Rosel
Rosel Grassmann – Bei mir bist du schön
Bodypainting und Portraitfotographie aus Darmstadt

